Darknet Mythos: Internet für Hacker und Kriminelle?!

Das Internet für Drogenhandel, Kinderporno und Geisteskranke… Das benutzen nur Kriminelle… Wenn man die falsche Seite besucht, wird man es für immer bereuen… Menschenhandel online… Über das Darknet werden die wildesten Geschichten verbreitet. Und der Mythos faszinierend viele Menschen jeden Tag aufs Neue. Aber ist es wirklich das Internet für Hacker, Betrüger und Drogenkonsumenten? Was ist an den Geschichten dran? Wir haben die häufigsten Behauptungen über diesen nicht allgemein zugänglichen Teil des Internets näher für dich betrachtet. Im folgenden Beitrag verraten wir dir, was an dem Mythos Darknet dran ist.

Damit ist dann auch unsere Sommerpause vorbei! Wir sind wieder da und werden in den nächsten Wochen, wie gewohnt, neue Beiträge für dich veröffentlichen. In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen!

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Darknet? Was ist das überhaupt?

In den letzten drei, vier Jahren ist der Begriff deutlich populärer als jemals zuvor. Aber viele Menschen können dir nicht erklären, was eigentlich damit gemeint ist. Daher ein kurzer Überblick vorweg! Zunächst unterscheiden wir das sogenannte Clearnet und das Deep Web. Das Clearnet ist dir bestens bekannt. Du benutzt es gerade! Genau jetzt, während du diesen Eintrag liest. Es handelt sich dabei um den frei zugänglichen Teil des Internets. Außerdem können Internetseiten im Clearnet oder auch Surface Web von gängigen Suchmaschinen indexiert werden.

Überblick Surface Web, Deep Web und Darknet.
Surface Web, Deep Web und Darknet Schaubild

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Daneben existiert das Deep Web. Und das ist kein Geheimnis. Das Deep Web ist letztlich nicht anderes als die Summe sämtlicher privaten und nicht frei zugänglichen Netzwerke. Sie dienen im Regelfall dem Austausch von Informationen. So besteht ein Großteil des Deep Web aus Fachdatenbanken. Auch Unternehmensnetzwerke, wie zum Beispiel Intranet-Lösungen, gehören dazu. Hier führt der Darknet Mythos also in die Irre. Mit Hackern, kriminellen Banden und ähnlichem hat das erst einmal nichts zu tun.

Der Begriff Darknet bezeichnet einen besonderen Teil des Deep Web. In der Regel fasst der Begriff P2P-Netzwerke, die Techniken für die Anonymisierung der Internetverbindung nutzen, zusammen. Zu den bekanntesten Netzwerken dieser Art gehört TOR. Allerdings nicht ausschließlich. Auch I2P und Freenet gehören dazu. Das TOR-Netzwerk ist jedoch am bekanntesten und regelmäßig in den Medien als „das“ Darknet präsent. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

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Mit TOR ist der Mythos erst so richtig entstanden!

Mit Erscheinen des Tor-Browsers ist das Darknet massentauglich geworden. Wenn du eine komplizierte Einrichtung und Benutzerführung erwartest, wirst du garantiert überrascht sein! Es reichen bereits ein Download und wenige Klicks, um die erforderliche Software zu installieren. Und so kannst bereits in weniger als fünf Minuten den Darknet Mythos selbst überprüfen. Installationspakete gibt es heute immerhin für alle gängigen Betriebssysteme. Und selbst für Smartphones. Der Start in den digitalen Untergrund ist also ungemein einfach.

Das allein reichte allerdings nicht aus. Für deutlich steigende Benutzerzahlen sorgte am Ende ein Schwarzmarkt für Drogen: die sogenannte „Silk Road“. Dort konnte man mithilfe von Bitcoins Drogen jeder Art kaufen und sich direkt nach Hause schicken lassen. Die Gefahr, von Strafverfolgungsbehörden dabei erwischt zu werden, war in der Regel gering. So dauerte es dann auch nicht lange, bis erste Fernsehberichte die Erfolgsgeschichte weiter anfeuerten. Illegales zu tun ohne Gefahr zu laufen, dabei erwischt zu werden, wirkt nach wie vor eine ungeheure Anziehungskraft auf viele aus.

Screenshot des Torbrowser - mit wenigen Klicks ins Darknet!
Wenige Klicks und der TorBrowser ist installiert!

Mit der Inhaftierung des Markplatzbetreibers Ross Ulbricht hat er Mythos allerdings kein Ende gefunden. Ständig entstehen neue Handelsplätze. Im Angebot findest du längst nicht mehr nur Drogen. Waffen, gehackte Accounts, Falschgeld und vieles mehr wird weltweit angeboten. Dabei war der Handel mit illegalen Waren gar nicht das Ziel des Tor Projects. Es zeichnet sich für die Entwicklung und Verbesserung der Software und der Anonymisierungstechnologie verantwortlich. Vor allem verfolgt es damit ganz andere Absichten – fernab des Darknet Mythos.

Warum gibt es das Tor-Netzwerk?

Schutz der Privatsphäre und der Meinungsfreiheit. Sichere Kommunikation für Menschen, die sich frei äußern wollen. Und Schutz für totalitären Staaten und Regimen. Das sind die eigentlichen Ziele, die von den ersten Entwicklern verfolgt wurden. Journalisten, Whistleblower und sonstige Informanten sind bis heute die Hauptzielgruppe. Allgemein war das Tor-Netzwerk dafür gedacht, dass sich Menschen miteinander austauschen, ohne dass sie Angst vor Verfolgung und Bestrafung haben müssen. Ein prominentes Beispiel ist dir sicher bekannt! Edward Snowden nutzte ebenfalls den Tor-Browser um seine Informationen mit der Welt zu teilen. Er führte und damit zudem noch einmal vor Augen, wie wichtig der Schutz vor Überwachung für unser tägliches Leben sein kann.

Allerdings lässt sich die Software nicht auf eine einzige Nutzung einschränken. Wo Licht ist, ist eben auch Schatten. Und das führt uns zurück zu dem Darknet Mythos.

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Stimmt der Darknet Mythos? Kann man im Tor-Netzwerk wirklich alles kaufen und die schrecklichsten Dinge sehen?

Das Versprechen weitreichender Anonymität im Internet hat den Tor-Browser natürlich genauso für viele andere Gruppen interessant gemacht. Dazu gehören unter anderem auch kriminelle Akteure, Perverse und andere Individuen, mit denen man im richtigen Leben sicher nichts zu tun haben möchte. Wenn du dich auf eine Erkundungsreise in das Darknet traust, wirst du schnell auf sogenannte Hidden Services, das sind Webseiten speziell für das Tor-Netzwerk, stoßen, die äußerst verstörend sein können. Dabei tun sich wahre menschliche Abgründe auf. Angefangen bei Hehlerware, die zum Verkauf angeboten wird, bis hin zu Auftragsmorden, Tierquälerei, Kinderpornographie und verstümmelten Frauen, die als Sexsklaven zur Verfügung gestellt werden.

Es gibt kaum etwas, das in dieser dunklen Ecke des Internets nicht zu finden wäre. Ob alle diese Seiten allerdings authentisch sind, kann niemand mit Gewissheit sagen. Denn die versprochene Anonymität sorgt gleichzeitig dafür, dass sich hier genauso viele Verrückte, Angeber und Betrüger tummeln. Eventuell sorgt gerade dieser Umstand dafür, dass vom Darknet auf viele Menschen solch eine Anziehungskraft ausgeht. Das trügerische Gefühl von Sicherheit offenbart mitunter das Schlimmste im Menschen.

Ist das Tor-Netzwerk anonym?

Deswegen drängt sich schnell die Frage auf, ob man mit dem TorBrowser anonym surfen kann. Und wie sicher die Anonymisierung ist. Zunächst können wir dir dazu sagen, dass die Anonymität zu einem sehr hohen Grad über das Tor-Netzwerk gewährleistet ist. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es jedoch nicht. Im Darknet kommt es einerseits darauf an, wie du mit persönlichen Informationen umgehst. Andererseits gibt es Schwachstellen in der Technik.

Die Grafik zeigt den prozentualen Anteil verschiedener Inhalte am Darknet.
Darknet Mythos: die meisten Inhalte sind legal.

Wenn du über TOR eine Internetseite aufrufst, wird deine Anfrage über mehrere Rechner im Netzwerk geleitet und der Datenstrom in mehreren Schichten verschlüsselt. Trotzdem gibt es einen Punkt, über den du deine Anfrage in das Netzwerk sendest. Diesen nennt man „Entry-Node“. Außerdem steht am Ende der Verbindungskette eine „Exit-Node“. An beiden Punkten werden die Daten nicht mehr verschlüsselt. Sie sind grundsätzlich abfang- und eventuell ausspähbar. Daher versuchen TOR-Aktivisten stetig, solche unsicheren Ein- und Austrittspunkte zu sperren.

Ein weiteres Problem ist dein Internetanbieter. Auch, wenn dein ISP am Ende nicht sieht, welche Seiten du um Darknet besuchst. Dass du das TOR-Netzwerk benutzt, kann dein Anbieter erkennen und aufzeichnen. Theoretisch lassen sich so Aktivitätsprotokolle erstellen und schließlich auswerten. Obwohl die Behörden in Deutschland aktuell nicht nach Tor-Nutzern fahnden, könnte das schon bald der Fall sein. Dagegen kannst du dich aber schützen, indem du zunächst eine VPN-Verbindung über einen seriösen Anbieter aufbaust und mit dieser deine Abstecher in das Tor-Netzwerk verschleierst. Daneben werden jedoch immer wieder Gerüchte laut, dass auch staatliche Behörden das Netzwerk infiltriert haben und überwachen.

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Darknet Mythos: haben CIA und NSA das Tor-Netzwerk unter Kontrolle?

Immer häufiger ist zu lesen, dass US-amerikanische Geheimdienste längst einen Großteil des TOR-Netzwerkes unter ihrer Kontrolle haben. Aber auch russische Ermittler sollen ab und an in der Lage sein, Daten aus dem Netzwerk abzugreifen. Die Entstehung dieser Gerüchte ist dabei schnell erklärt. Sie basieren auf den folgenden Punkten:

  • Nachweislich haben die Erfinder die Verschlüsselungstechnik erfunden, um sichere Kommunikationsmöglichkeiten für US-Streitkräfte und Spione zu schaffen. Allerdings stellten sie dann fest, dass andere die Informanten an der Nutzung des Tor-Netzwerks erkennen könnten. Deswegen steht es nun allen Interessierten zur Verfügung. Und je mehr Leute Tor nutzen, um so höher ist dessen Sicherheit.
  • Aber auch nach der Freigabe für die Allgemeinheit haben US-Behörden die Weiterentwicklung der Technik und der Software anteilig finanziert.
  • Du kannst auch heute noch auf der Internetseite des Tor Projects sehen, dass US-Behörden die Entwickler finanziell unterstützt haben.
  • Zudem konnten Ermittlungsbehörden in den letzten Jahren immer effektiver Kriminelle im Darknet identifizieren und festnehmen. Gerade das Abschalten der Schwarzmärkte erfolgt inzwischen stetig schneller und effektiver.
  • Das FBI betrieb sogar Marktplätze und Kinderpornoseiten wochenlang nach deren Übernahme weiter, um Verdächtige zu überführen.
  • Sogar einzelne Markplatzbetreiber behaupten inzwischen, dass ein Großteil der Darknetseiten unter der Kontrolle von Ermittlungsbehörden steht. Viele Markplätze seien nichts anderes als sogenannte Honeypots, um Drogenhändler, Hacker & Co. zu überwachen und so zu finden.

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Ob diese Gerüchte wahr sind, kann man jedoch nicht mit abschließender Sicherheit sagen. Ganz ausschließen kann man es andererseits aber auch nicht. So wandelt sich der Darknet Mythos schnell in eine Verschwörungstheorie.

Das solltest du nie vergessen, wenn du dich mit dem Darknet Mythos beschäftigst!

Wie du merkst, ist der verborgene Teil des Internets äußerst mysteriös. Echte Daten und Fakten sind zu vielen Behauptungen kaum zu finden. Dennoch kann man einige Punkte des Mythos bestätigen. Zum einen ist das Darknet vielfach mit Kriminalität verbunden. Der Drogenhandel floriert definitiv. Zusätzlich gibt es zahlreiche Angebote rund um Internetbetrug, Identitätsdiebstahl, Hacking und sogar im Bereich des Menschenhandels. Leider wurde gerade das Tor-Netzwerk ebenso durch Kinderpornographie bekannt. Und es gibt versteckte Foren, Channels und ähnliche Plattformen, auf denen sich Sadisten, Tierquäler genauso wie Verrückte und Interessierte tummeln, um sich über verstörende Themen und Interessen auszutauschen.

Trotzdem kann man diesen Teil des Internets nicht pauschal verurteilen. Immerhin erfüllt das Tor-Netzwerk genauso gute Zwecke. Whistleblower, politisch Verfolgte und Menschen, die staatliche Repressalien erwarten müssen, finden mithilfe von Tor eine Plattform, um sicherer Informationen weiterzugeben. Vollständige Sicherheit ist dabei jedoch nicht garantiert. Es gibt bereits bekannte Methoden, um die Sicherheitsmechanismen zu umgehen.

Ein VPN bietet dir zusätzlichen Schutz beim Nutzen des TOR-Netzwerkes!

Wenn du auf deine persönlichen Informationen nicht achtest, könnten schnell die falschen Menschen von diesen erfahren. Ob du auf dieser Basis das Darknet, insbesondere aber das Tor-Netzwerk, verurteilst, musst du am Ende also selbst entscheiden.

In jedem Fall lohnt es sich, eines zu berücksichtigen. Wenn du dem Darknet Mythos selbst auf die Spur kommen willst, nutze am besten ein VPN. Da jeder dem Netzwerk beitreten kann, kannst du dir leider nicht sicher sein, ob nicht irgendeine Person versucht, deine Anfragen beim Eintritt in oder Austritt aus dem Netzwerk abzufangen. Mit einem VPN kannst du dich davor schützen. Genauso wie vor einer möglichen Beobachtung durch deinen Internetanbieter. Eine Auswahl empfehlenswerter und anonymer VPN Anbieter findest du in unserem großen VPN Test!

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