Brave Browser im Test: eine echte Alternative?

Brave Browser: eine Alternative für mehr Privatsphäre?

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In 2016 ist er erstmalig erschienen, gilt bis aber heute eher als Randerscheinung. Wir haben für dich den Brave Browser getestet. Auch aus aktuellem Anlass! Denn die Entwickler versprechen nicht nur weniger Werbung, sondern schnelleres Surfen genauso wie mehr Privatsphäre. Aber können sie dieses Versprechen halten?

Ein besseres Internet mit dem Brave Browser?

Es klingt erst einmal wie das typische Werbegetrommel. Bedenkt man allerdings, wer zu den Verantwortlichen gehört, wird es interessanter. Mit dabei sind unter anderem Brendan Eich und Brian Bondy. Beide gehören zu den Leuten, die das Mozilla Project ins Leben gerufen haben. Damit sind sie maßgeblich an Entwicklungen, wie zum Beispiel Firefox, beteiligt gewesen. Und mit dem Brave Browser planen sie offensichtlich noch viel mehr. Bereits ein kurzer Blick auf die Webseite bescheinigt die ambitionierten Ziele.

Sie verdienen ein besseres Internet.

Erste Überschrift auf der Internetseite des Brave Browser, Stand 07.2020.

Die Titelzeile steigert also die Erwartungen. Vor allem in Verbindung mit den folgenden Schlagworten „Kontrolle“, „Geschwindigkeit“, „Sicherheit“ und „Privatsphäre“. Wie sich allerdings letzteres mit dem Folgehinweis zu hauseigener Werbung inklusive Incentives verträgt, sei dahingestellt. Dazu später noch mehr! Zunächst fragst du dich sicherlich, wie genau dieser Browser das Internet besser machen kann. Im Kern geht es dabei um die bereits integrierten Funktionen.

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Die wichtigsten Features des Browsers

Die Software bietet nämlich eine Vielzahl von Features. Einerseits sind wichtige Grundfunktionen für den Schutz deiner Privatsphäre implementiert. Andererseits bietet der Browser ein, zwei innovative Ansätze, die wir zukünftig vielleicht auch bei der Konkurrenz wiederfinden könnten. Als erstes wollen wir einen Blick auf die Schutzmechanismen werfen. Sie zielen vor allem auf weniger Werbung & Co. ab.

Für mehr Privatsphäre und schnelleres Surfen

Natürlich bieten alle aktuellen Browser gewisse Grundfunktionen für deinen Schutz. Einerseits können sie potenziell gefährliche Inhalte blocken. Andererseits bieten sie Features, wie beispielsweise den „Private Mode“ oder die „Do Not Track-Anfrage“. Mehr als ein Mindestschutz ist damit jedoch nicht gewährleistet. Der Brave Browser geht dabei gleich mehrere Schritte weiter.

Mit Shields bietet Brave ein deutlich umfangreicheres Instrumentarium. Shield blockt nicht nur Werbung und Tracker. Das Feature kann außerdem HTTPS-Verbindungen erzwingen oder Cookies und Fingerprinting blockieren. Zudem lassen sich Social Media Dienste gezielt sperren. Und als Suchmaschine ist standardmäßig DuckDuckGo eingestellt. Es werden also keine Plug-ins oder Erweiterungen benötigt. Denn Shields bietet sowohl generelle wie auch Webseiten-bezogene Einstellungsmöglichkeiten.

Echter Private Mode - der Brave Browser schickt deinen gesamten Internettraffic auf Wunsch durch das Tor-Netzwerk!

„Echter“ Private Mode im Brave Browser … mit wenigen Klicks!

Ein weiteres Highlight ist der Privatmodus. Vielleicht dachtest auch du bislang, dass du mithilfe des „Private Mode“ in bekannten Browsern anonym surfen kannst. Allerdings ist das ein Trugschluss. Tatsächlich sorgt der Privatmodus meist nur dafür, dass der Verlauf beim Schließen des Fensters gelöscht wird. Ab und an entfernt der Browser zusätzlich noch die angesammelten Cookies und weitere zwischengespeicherte Daten. Ansonsten unterscheidet sich der Privatmodus aber für gewöhnlich nicht vom normalen Surfen.

Beim Brave Browser ist das anders! Letztlich reichen zwei Klicks, um deinen Internet-Traffic auf hohem Niveau zu anonymisieren. Dafür greift unser Underdog auf Tor zurück. Jederzeit, wenn du es für richtig hältst, kannst du ein Privates Fenster mit Tor öffnen. In diesem Fenster wird dann sämtlicher Datenverkehr durch das Tor-Netzwerk geleitet. Den Tor Browser oder den Tor-Dienst musst dafür nicht einmal separat installieren.

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Crypto Wallets und WebTorrent bereits integriert

Auch die übrigen Zusatzfunktionen sind durchaus interessant. Zum einen unterstützt der Brave Browser zum Beispiel Webtorrent. Damit kannst du im Browser-Fenster Torrents direkt anzeigen lassen. Neben Torrent-Files werden sogar Magnet-Links unterstützt. Außerdem lassen sich Crypto Wallets integrieren, um direkt beim Surfen mit den Coins oder Tokens bezahlen zu können.

Allerdings gibt es beim letzten Punkt auch einen Haken. Denn derzeit werden nur die Crypto-Währungen Ethereum (ETH) und basic attention token (BAT) unterstützt. Letztere stellen übrigens die hauseigene Währung des Brave Browser dar. Das hört sich zwar erst einmal problematisch an. Doch dahinter steckt eine interessante und durchaus innovative Idee!

Brave Rewards – ein Weg zu einem besseren Internet?

Die oben genannten basic attention token (BAT) sind das Fundament von Brave Rewards. Detaillierte Informationen über das Programm findest du unter anderem auf der Webseite. Wir wollen es hier aber zumindest kurz zusammenfassen. Denn die Idee dahinter finden wir durchaus interessant.

Da der Brave Browser für dich nahezu jede Werbung blockiert, wird es für Webseiten-Inhaber, Blogger & Co. deutlich schwerer. Werbeeinnahmen, die für die Betriebskosten der Webseite und als Lohn für die Zeit, die in die Recherche, die Texte und in die Gestaltung von Beiträgen investiert wird, dienen, fallen weg. Um trotzdem einen Anreiz zu bieten, interessante Inhalte zu verfassen, hat sich das Brave-Team ein eigentlich simples Konzept ausgedacht.

Mit Brave Rewards kannst du sogar von Werbung profitieren …

Werbung im Brave Browser, von der alle profitieren …

Brave Rewards stellt vor allem eine Werbeplattform dar. Seriöse Anbieter können Werbeeinblendungen kaufen, um ihre Produkte zu vermarkten. Die Brave-User können jedoch jederzeit selbst und vollkommen frei entscheiden, ob sie die gebuchten Werbeeinblendungen akzeptieren, also sehen wollen oder nicht. Tatsächlich kannst du sogar festlegen, wie viele Anzeigen du maximal in einer Stunde sehen willst.

Für diese Unannehmlichkeiten wirst du wiederum beim Surfen stetig entlohnt. Und zwar mit BAT. Die Tokens werden dir automatisch gutgeschrieben. Jedenfalls immer dann, wenn du die von dir festgelegte Menge von Werbeanzeigen stündlich einblenden lässt. Über dein Guthaben kannst du natürlich jederzeit frei verfügen.

Geld verdienen beim Surfen und Webseiten unterstützen …

Zum Beispiel kannst du es dir auf eine Handelsbörse auszahlen lassen und deine BAT in andere Währungen umtauschen. Der Wert der Tokens ist zwar aktuell noch relativ gering (ca. USD 0,30 je Stück), könnte aber in Zukunft deutlich steigen. Insbesondere dann, wenn sich dieses Konzept weiter verbreitet.

Die Chancen dafür stehen zumindest recht gut. Denn mit deinem Guthaben kannst du auch Blogger, wie zum Beispiel uns, mit sogenannten „Trinkgeldern“ unterstützen. Am Ende profitieren also alle Seiten von der Teilnahme an Brave Rewards. Du verdienst automatisch ein bisschen Kleingeld beim Surfen, nur weil dir zwei bis drei Werbebanner in der Stunde angezeigt werden. Werbetreibende können ihre Produkte bekannter machen. Und wenn du auf interessante Inhalte im Internet stößt, kannst du die Verantwortlichen mit einem Trinkgeld belohnen.

Tatsächlich klingt es so gut, dass auch wir inzwischen an Brave Rewards partizipieren. Vor allem um langfristig auf etwaige Werbebanner verzichten zu können!

Ein Knick im Image

Trotzdem wollen wir an dieser Stelle etwas weniger schönes nicht verheimlichen. Denn der Brave Browser war im Laufe dieses Jahres zeitweise harscher Kritik ausgesetzt. Wie aufmerksame Nutzer bemerkten, ersetzte der Browser manche Internetadressen automatisch durch Affiliate-Links. Die Entwickler versuchten also, heimlich am Surfverhalten der User zu verdienen.

Vor allem die Verheimlichung dieser Vorgehensweise diente als Hauptkritikpunkt. Denn sie widerspricht dem Grundgedanken des Browsers. Vermutlich hätten sich die User nicht einmal beschwert, wenn das Brave-Team mit offenen Karten dabei gespielt hätte. So konnte die Community allerdings erst mit der Veröffentlichung einer bereinigten Version des Browsers und einer umfassenden Entschuldigung beruhigt werden.

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Fazit zum Brave Browser

Obwohl der vorherige Punkt einen gewissen Beigeschmack hinterlässt, kann Brave als Browser in vielerlei Hinsicht überzeugen. Die bereits integrierten Schutzfunktionen machen den Schutz der Privatsphäre deutlich einfacher. Und in Summe sind die Features gut aufeinander abgestimmt. Dennoch lässt sich nicht verheimlichen, dass alles, was Shields kann, in anderen Browsern genauso möglich ist. Dafür sind dann allerdings Plug-ins oder Erweiterungen erforderlich.

Und genau darin liegt der Vorteil. Die Weiterentwicklung und Pflege der Software liegt bei allen diesen Punkten in einer Hand. Am Ende bist du also wenigstens nicht mehr auf Drittanbieter angewiesen, falls Probleme oder Sicherheitslücken bekannt werden. Außerdem punktet der Brave Browser mit einem „echten“ Private Mode genauso wie mit Brave Rewards. Das Konzept hinter dem Werbenetzwerk ist nicht nur interessant, sondern innovativ. Sollte es sich durchsetzen, könnte die Werbeflut im Internet stetig abnehmen.

Deswegen steht für uns fest: Brave solltest du auf jeden Fall testen. Er ersetzt weder den Tor Browser, noch bietet er dir 100-prozentigen Schutz. Aber mehr Sicherheit kann ein alltagstauglicher Browser ohne Zusatzsoftware kaum bieten. Zu dem gleichen Ergebnis kamen viele andere Experten bereits vor uns. Wenn du ihn direkt herunterladen und testen willst, klicke einfach hier – für den Schutz deiner Privatsphäre im Internet wird es sich so oder so lohnen.

Wir freuen uns bereits auf dein Feedback!

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